Samstag, 30. Juli 2016

Themen der Woche (KW 30/2016)

Beerengenuß
Unser wachsfreudiger Brombeerstrauch hat sich heuer selbst übertroffen und würde, wenn man ihn denn lassen würde, wohl den gesamten Garten zuwachsen. Seine langen, stacheligen Triebe krallen sich überall ein, wachsen wie verrückt und müssen ständig gestutzt werden. Der für ihn bestimmte Gartenbogen scheint ihm jedenfalls definitiv nicht auszureichen. Aber seine Wachstumsfreude kommt uns beerentechnisch auf jeden Fall zugute: unglaublich, wie viele Brombeeren er heuer produziert hat. Man kommt mit dem Pflücken gar nicht mehr nach.



Auch die Stachelbeeren und Himbeeren sind diese Woche reif geworden.


Und so gabs diese Woche lecker Brombeertarte und Beerengrütze.


Kräuterernte
Diese Woche habe ich den ersten großen Schwung Kräuter zum Trocknen geerntet, um die Tee- und Räuchervorräte für den Winter aufzufüllen: Beifuß, Melisse, Lavendel und Salbei.


Platzregen
Am letzten  Donnerstags hat uns abends kurzzeitig der wettertechnische Weltuntergang heimgesucht. Noch nie habe ich einen so heftigen Platzregen erlebt! In Nullkommanix hatte sich die Wiese im Garten in einen See verwandelt und das Wasser drohte die Terrasse zu überfluten. Zum Glück dauerte der himmlische Wasserfall nur eine knappe halbe Stunde...


Kulinarisches
Auch in der letzten Woche habe ich wieder ein paar neue Rezepte ausprobiert, wie z.B. arabische Hähnchen-Samosas, die so lecker waren, dass ich erst an meinen Fotoapparat gedacht habe, nachdem sie schon verputzt waren. Naja, dann eben beim nächsten Mal - da gibts dann auch das Rezept dazu :)

Gedankliche Reise durch den Amazonas
Zum Urlaub gehört natürlich auch Urlaubslektüre, die mich diesmal in den Amazonas entführt hat. In diesem Zusammenhang habe ich mich auch ein wenig in die Forschungsreise von Alexander von Humboldt eingelesen. Humbolt hat eine 5-jährige Reise (1799-1804) durch Südamerika durchgeführt und dabei im ersten Abschnitt den Casiquiare gesucht - den damals noch sagenumwobenen Verbindungsfluß zwischen dem Orinoco- und Rio Negro/Amazonas-Flusssystem. Nach wochenlanger, abenteuerlicher und beschwerlicher Fahrt durch das Flusslabyrinth des Dschungels hat er den Casiquiare auch gefunden. Humboldt gilt als einer der größten Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts und hat Pionierarbeit in der geographischen Vermessung und Artenbestimmung geleistet. In seinem Wissensdrang schrak er auch nicht von zahlreichen Selbstversuchen zurück, um den Dingen auf den Grund zu gehen, wie z.B. dem Schlucken des Pfeilgifts Curare. Eine interessante Doku zu seiner Reise könnt ihr euch hier ansehen:



Irrsinn, die zweite
Neben den schrecklichen Geschehnissen, die derzeit überall in der Welt geschehen, empfinde ich noch einen anderen Umstand als äußerst beängstigend, und das ist das Ausmaß wie sehr sich viele Menschen manipulieren und beeinflussen lassen. Besonders deutlich wird das wieder beim neusten Auswuchs des Wahnsinns - dem Pokemon Go Hype. Überall auf der Welt laufen Menschen rudelweise auf der Suche nach virtuellen Monstern kopflos durch die Straßen und werden dabei in Hinterhälte gelockt und ausgeraubt oder fast von Autos überfahren, weil sich der starre Blick auf dem iPhone - Display festgesaugt hat, anstatt auf den Straßenverkehr zu achten. Auch Restaurantbesitzer nutzen das Spiel mittlerweile aus, um möglichst viele Monster in ihrem Lokal zu platzieren und so die Menschen anzulocken und mehr Umsatz zu machen.
Was für mich aber den Vogel abgeschossen hat, war ein Bericht, den ich diese Woche im Wochenblatt gelesen habe. Ein junges Pärchen aus unserer Region befand sich zum Zeitpunkt des Amoklaufs in München gerade in einem Restaurant im OEZ als die Schüsse fielen. Der junge Mann hörte die Schüsse und sah, dass die Menschen draußen zu Rennen anfingen. Und das erste, was ihm in den Sinn kam, war: die Leute müssen wohl alle auf der Jagd nach einem ganz besonderen Pokemon sein. Er schnappte sich also sein Handy, ließ seine Freundin im Restaurant zurück und rannte in Richtung der Schüsse, um sich auch an der Jagd nach dem vermeintlichen Pokemon zu beteiligen. Ohne Worte.




Kommentare:

  1. Angesichts dieser Geschichte fehlen einem glatt die Worte. Reale und irreale Monster allerorten und dann Menschen, die ihre Welt nur noch durch die Handykamera sehen... So krank...

    Deine Brombeerflut ist toll und erinnert mich daran, dass eine meiner Tochter nach der Brombeerernte sogar nachts noch davon träumte.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Manches muss man einfach nicht mehr kommentieren.
    Die Beerenflut würde ich in kauf nehmen. Meine Kräuter hängen auch schon zum trocknen, gefällt dem Vater gar nicht. Egal!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Ich sehe diesen Pokemon-Hype etwas anderes, liebe Varis! Mich macht der Anblick dieser ganzen bleichen Menschen im Stadtpark oder im Klostergarten lächelnd. So manch ein Kind - kommt erst durch Pokemon an die frische Luft ;)) Und Blödmännner gibt es überall..
    Ganz, ganz liebe Grüße, Nicole

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  4. Hey!
    Diesen merkwürdigen Hype um das Pokemon kann ich persönlich nicht nachvollziehen, aber was soll´s. Jeder so wie er mag, solange er niemanden gefährdet oder behindert. Vors Auto ist mir zum Glück noch niemand gelaufen und ansonsten stört es mich nicht.
    Deine Brombeer- und Kräuterflut finde ich total toll. Bei mir gibt es auch ein paar selbst geerntete Stachelbeeren.
    Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende!
    LG
    Yvonne

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  5. Hallo Varis,
    lecker deine Brommbeertarte, ich sollte auch in die Brommbeeren komme aber nicht mehr dazu.
    Total lecker, ich will auch was.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Der Pokemone Wahnsinn ist sowas von beängstigend, sind die Leute denn alle doof.
      Selbst alte Menschen sind ganz verrückt danach. Ich verstehe es nicht.

      LG Eva

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  6. Ui, die Brombeeren. Unser Haus wäre in drei Jahren total zugewachsen. :-) Liebe Grüsse von Regula

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  7. Liebe Varis, Deine Beerenernte ist ja fantastisch! Da würde ich ständig am Strauch stehen und naschen:-)
    glg Susanne

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  8. Liebe Varis,

    ich liebe sie auch die Beeren. Einen Johannisbeerstrauch habe ich schon und die Brombeere kommt nächstes Jahr auf jeden Fall auch dazu. Dein Beerenkuchen sieht sehr köstlich aus und die Story über den Pokemon-Fan finde ich haarsträubend.

    Herzliche Grüße
    Kerstin

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  9. Ich liebe Beeren...fast aller Art...und freue mich über diese wunderbare Beerenzeit gerade...inklusive Kuchen...;-). LG Lotta.

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LG, Varis