Samstag, 27. Oktober 2012

Seelenpfade: Urgöttin und Urgott

Durch die Bewusstwerdung der -> primordialen Essenz kam es also zur Schöpfung und damit auch zur Polarität, ohne welche die Schöpfung nicht möglich wäre. Auf Position 2 und 3 in Vicky Gabriels Medizinrad stehen deshalb als polare Gegenpole der universalen Energie Urgöttin und Urgott, die weibliche und männliche Seite der Schöpfungsenergie. Diese beiden Positionen haben auch wieder ein Gegenstück in der Kabbalah – nämlich Chokmah, die Weisheit, und Binah, das Verständnis.


Urgöttin und Urgott – und damit weibliche und männliche Energie – sind dabei gleichwertig und sollten in Balance zueinander stehen. Keine der beiden Energien dominiert die andere, sondern sie ergänzen einander. Ein Ungleichgewicht führt zu Disharmonie und schließlich zu Chaos und Zerstörung, wie auch die von Kriegen und Unterdrückung geprägte, durch Jahrtausende patriarchalisch dominierte Menschheitsgeschichte deutlich macht. Erst in den letzten  Jahrzehnten zeigte sich zumindest in der sog. Ersten Welt eine Entwicklung hin zum Gleichgewicht zwischen Männlichem und Weiblichen. Auch vermehrte Zuwendung hin zu naturverbundener, ganzheitlicher Spiritualität kann als Gegengewicht zu den männlich-dominierten Weltreligionen wie Christentum und Islam gewertet werden. 

In einigen neopaganen Strömungen stellt man nun aber auch ein Abgleiten in die entgegengesetzte Richtung mit ausschließlicher Göttinnenverehrung bis hin zur Ablehnung des Männlichen fest. Dies ist natürlich ebenso kontraproduktiv im Hinblick auf eine Integration beider Energien zu einem harmonischen Ganzen.

Die beiden Positionen des Medizinrades regen dazu an, einmal darüber zu meditieren, wie man diese beiden Energien – Urgöttin und Urgott – selbst empfindet.

In den polytheistischen antiken und naturspirituellen Religionen  wurden und werden die verschiedenen Aspekte der jeweiligen Energieform in den Göttern und Göttinnen personifiziert – nicht zuletzt deshalb, um sie den Menschen auf ihrer Erfahrungsebene näher zu bringen. 

Ich selbst habe es nicht so sehr mit personifizierten Gottheiten, sondern nehme die verschiedenen Aspekte von Urgöttin bzw. Urgott vielmehr als Energieströme  und  -schwingungen wahr und gerne setze ich das auch mal zeichnerisch um. 

Ihr erinnert euch vielleicht noch an meine -> "Kritzeleien", mit welchen ich in der Arbeit gerne meine Schreibtischunterlage „verziere“. Zu Urgöttin und Urgott habe ich dort auch passende Skizzen gefunden und dann mit Kohle und Kreide entsprechend umgesetzt.

Urgöttin




Urgott







Kommentare:

  1. Wunderschöne Bilder hast Du gemalt.
    Ja an Deine Kritzeleien erinnere ich mich noch. Mit Urgott und Göttin habe ich auch nicht am Hut. Aber Entspannung und Energieströme spüren, setze ich beim Yoga immer um und mache das auch regelmäßig zu Hause.

    Schönes Wochenende und liebe Grüße
    Angelika

    AntwortenLöschen
  2. Das Buch Seelenpfade habe ich auch angefangen, liegt momentan aber wieder unberührt herum, weil ich so viel anderes zu tun habe. Aber bald... :-)
    Ich halte es auch mit der Dualität, mag den weiblichen und männlichen Aspekt, die nicht konkurrieren, sondern sich ergänzen.
    LG Alruna

    AntwortenLöschen
  3. Hallo,

    Ich freue mich, dass du zu mir gefunden hast, auch wenn ich eine Weile ohne Vorwarnung in der Versenkung verschwunden bin. :)

    Dein Eintrag ist sehr interessant, ich habe aber einen etwas anderen Blick auf das Ganze. Zum Einen möchte ich anmerken, dass der Islam gar keinen männlichen Gott hat. (Hast du zwar nicht direkt so geschrieben, aber das nehmen ja viele an) Gott ist im Islam vollkommen und hat kein Geschlecht. Das kann man sich so vorstellen, dass sich die Dualität männlich-weiblich auflöst. Da es nur einen Gott gibt, ist es gleichzeitig Beides und Nichts. Man spricht also auch nicht von weiblichen oder männlichen Aspekten, denn Gott steht sozusagen über dem Konzept der Dualität.
    Wir Menschen hingegen befinden uns jedoch biologisch im Konzept Dualität- darum mögen wir es so. Ich persönlich finde jedoch das Konzept von einem Gott, der über der Dualität steht- als ein vollkommender Gott viel logischer. :)
    Nach fast 10 Jahren Paganismus, wo ich übrigens auch sehr angetan war, von dem was du schreibst und das Ganze Wort für Wort unterschrieben hätte, hat diese kleine Idee alles verändert :)
    Und nun sehe ich die Spiritualität und Naturverbundenheit auch nicht mehr als Gegengewicht zu den Religionen, sondern finde diesen Aspekt in der Religion wieder.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Weltenweberin,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und herzlich Willkommen im Krähen-Nest:)
    Ich glaube, du hast da meinen Beitrag auch nicht ganz richtig verstanden. Die universelle Energie, Gott oder wie immer du es nennen magst, empfinde ich ebenfalls als über der Dualität stehend. Die Dualität selbst entstand erst mit der Schöpfung. Die Schöpfungsenergie selbst ist weder schwarz, weiß, männlich, weiblich etc., sondern alle Aspekte sind in ihr vereint. Die Schöpfungsenergie steht über Dualität, aber trotzdem geht die Dualität, sowie alle anderen energetischen Facetten, die wir in der Schöpfung wahrnehmen, aus ihr hervor, weil die Schöpfung aus ihr hervorgeht und sie selbst die Schöpfung ist.

    Zum Islam: theoretisch mag die Lehre des Islam so aussehen wie du bechreibst. Ich bezog mich aber eher auf den gelebten Islam und da ist das Partriachat mehr als deutlich ausgeprägt. Das gilt übrigens für die meisten Religionen: in der Theorie ist die eigentliche Lehre den naturspirituellen Gedanken gar nicht so unähnlich, aber in der Praxis wird diese Theorie meist nicht gelebt, sondern bestimmte Ideen davon herausgepickt und nach den eigenen Vorstellungen "verdreht". Würde man die Lehren auch so leben, wie sie ursprünglich gedacht waren, hätten wir heute viele Probleme nicht.

    Insofern ist die Naturspiritualität im Fall z.B. des Christentums vielleicht nicht ein Gegengewicht zum eigentlichen christlichen Gedankengut, sehr wohl aber zur Institution Kirche und zum tatächlich gelebten Christentum.

    LG, Varis

    AntwortenLöschen
  5. Toll, alles weg, was ich geschrieben habe... Also noch einmal und darum dann doch kürzer als gewollt.

    Ich finde es einen Idealzustand, die Religion so nah am Orginal wie möglich auszuüben. Leider werden dann gerade solche konservativen Menschen für verrückt, engstirnig oder extremistisch bezeichnet, obwohl sie es meistens gar nicht sind. Denn wer zb. engstirnig ist, hat schon mal das Konzept der Gleichheit und Geschwisterlichkeit, das ja in allen Religionen zu finden ist- nicht verstanden. Darum sind eigentlich gerade solche Menschen, die die Religion nah am Kern ausüben, sehr freundlich und offen. Wenn dann aber jemand anfängt Kopftuch zu tragen, oder jemand seinen Besitz aufgibt, oder auch Christen kein Alkohol mehr wollen und vor jedem Essen beten, dann wird das meist negiert und gleich in die Schublade gestört eingeordnet, da viele Menschen einfach keinen Glauben, oder keinen tiefen Glauben haben und sich dieses Verhalten meist nicht erklären können bzw. es unserer materialistischen gesellschaftlichen Welt entgegenläuft.

    Und ja, ich habe dich etwas falsch verstanden, da ich die ganze Zeit die Überschrift im Hinterkopf hatte. Da war ich vom Begriff Urgott/in etwas verwirrt. Weil für mich Vollkommenheit bedeutet, dass man sich eben nicht Aspekte rauspickt und Personifiziert. Wobei ich nichts gegen Aspekte der Schöpfung betrachten habe, da Schöpfung und Gott für mich nicht das Selbe sind und das personifizieren im Namen Gottes irgendwie eine Art Herabsetzung ist, wenn du mich nun verstehst, zumindest verstehst du nun sicher meine Verwirrung, auch wenn ich es nicht gut ausdrücken kann ;)

    AntwortenLöschen