Durch die Bewusstwerdung der ->
primordialen Essenz kam es also
zur Schöpfung und damit auch zur Polarität, ohne welche die Schöpfung nicht
möglich wäre. Auf Position 2 und 3 in Vicky Gabriels Medizinrad stehen deshalb als polare Gegenpole der universalen Energie Urgöttin und Urgott, die weibliche und männliche Seite der Schöpfungsenergie. Diese
beiden Positionen haben auch wieder ein Gegenstück in der Kabbalah – nämlich
Chokmah, die Weisheit, und Binah, das Verständnis.
Urgöttin und Urgott – und damit weibliche und männliche
Energie – sind dabei gleichwertig und sollten in Balance zueinander stehen. Keine
der beiden Energien dominiert die andere, sondern sie ergänzen einander. Ein
Ungleichgewicht führt zu Disharmonie und schließlich zu Chaos und Zerstörung,
wie auch die von Kriegen und Unterdrückung geprägte, durch Jahrtausende patriarchalisch
dominierte Menschheitsgeschichte deutlich macht.
Erst in den letzten Jahrzehnten zeigte
sich zumindest in der sog. Ersten Welt eine Entwicklung hin zum Gleichgewicht
zwischen Männlichem und Weiblichen. Auch vermehrte Zuwendung hin zu
naturverbundener, ganzheitlicher Spiritualität kann als Gegengewicht zu den
männlich-dominierten Weltreligionen wie Christentum und Islam gewertet werden.
In einigen neopaganen Strömungen stellt man nun aber auch
ein Abgleiten in die entgegengesetzte Richtung mit ausschließlicher
Göttinnenverehrung bis hin zur Ablehnung des Männlichen fest. Dies ist
natürlich ebenso kontraproduktiv im Hinblick auf eine Integration beider
Energien zu einem harmonischen Ganzen.
Die beiden Positionen des Medizinrades regen dazu an, einmal
darüber zu meditieren, wie man diese beiden Energien – Urgöttin und Urgott – selbst
empfindet.
In den polytheistischen antiken und naturspirituellen Religionen wurden und werden die verschiedenen Aspekte
der jeweiligen Energieform in den Göttern und Göttinnen personifiziert – nicht
zuletzt deshalb, um sie den Menschen auf ihrer Erfahrungsebene näher zu
bringen.
Ich selbst habe es nicht so sehr mit personifizierten
Gottheiten, sondern nehme die verschiedenen Aspekte von Urgöttin bzw. Urgott
vielmehr als Energieströme und -schwingungen wahr und gerne setze ich das
auch mal zeichnerisch um.
Ihr erinnert euch vielleicht noch an meine ->
"Kritzeleien",
mit welchen ich in der Arbeit gerne meine Schreibtischunterlage „verziere“. Zu
Urgöttin und Urgott habe ich dort auch passende Skizzen gefunden und dann mit
Kohle und Kreide entsprechend umgesetzt.
Urgöttin
Urgott