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Samstag, 11. August 2012

Tag 16 - Heimreise

Letzten Donnerstag ging die Reise dann über Slowenien und Österreich wieder zurück nach Hause. Kurz vor dem Karawankentunnel haben wir dem slowenischen Städtchen Bled noch einen Besuch abgestattet. Bled liegt direkt an einem See in den Bergen und besitzt sowohl eine Burg als auch eine kleine Insel im See mit einer Kirche darauf - wunderschön und ein perfektes Fotomotiv :)

Bleder Burg

Insel mit Marienkirche





Zum Abschluss haben wir uns dann noch eine Gibaniza gegönnt. Das ist ein slowenischer Schichtkuchen mit Mohn, Quark, Äpfeln und Walnüssen - ein wahrer Hochgenuss!


Dann ging es weiter durch die Alpen nach Hause.



Zum Abschluss habe ich aus dem fahrenden Auto noch ein Bild meines Lieblingsberges gemacht - der "Schlafenden Hexe". Sie befindet sich ca. 70 km von unserem Heimatort entfernt. Man kann deutlich den Kopf mit der Hakennase und den Busen mit der Brustwarze erkennen.

die "Schlafende Hexe"

Fazit:
Es war eine sehr schöne und vor allem interessante Reise. Wir habe viel erlebt, viel Neues gesehen und neue Menschen kennengelernt. 

Die Wachau ist ein landschaftlich wunderbares Stückchen Erde mit malerischen Städtchen und lieblichen Weinbergen. Es gibt köstliches Essen, guten Wein und sehr viele Buschenschenken, in denen man es sich bei einem Gläschen und einer herzhaften Brotzeit gut gehen lassen kann.
Dass hier auch Wittendorf liegt, wo die berühmte "Venus" gefunden wurde, hatte ich vorher gar nicht gewusst, sondern habe das erst am ersten Urlaubstag in einer Broschüre über die Wachau gelesen. Da musste ich dann natürlich auch hin und habe mir eine kleine Büste für meinen Altar mitgenommen.


Auch von der Byzanz - Ausstellung auf der Schallaburg gab es ein kleines Andenken, auch wenn das wenig mit der Wachau zu tun hat - zwei gewebte Lesezeichen.


Wien war insgesamt sehr interessant, aber so richtig warm bin ich mit der Stadt und seinen Bewohnern nicht geworden. Für mich fehlte da ein wenig das "gewisse Etwas" und das pulsierende Leben, dass eine Stadt ausmacht.
Schönbrunn hat mir gut gefallen und besonders der Schlossführer wird mir in Erinnerung bleiben. Das war ein ziemlich komischer Kauz mit einem Hang zum Dichten. Er plapperte wie ein Wasserfall und wählte seine Sätze z.T. so, dass sie sich am Ende reimten. "Nun geht es weiter auf unserer Reise, immer im Kreise, manchmal laut und manchmal leise." Gelegentlich schlug er als Unterstreichung dann noch die Hacken zusammen. 

Budapest hat mir unheimlich gut gefallen. Die Stadt ist vollgepackt mit interessanten Bauwerken und es gibt an jeder Ecke was zu entdecken. Die Lage der wichtigsten Bauten an der Donau und der grandiose Blick über die Stadt von der Fischbastei geben der Stadt einen besonderen Reiz. 
Für mich war der Besuch in Ungarn auch in gewisser Hinsicht eine Reise zu meinen Wurzeln. Mein Urgroßvater war Ungar und deshalb wollte ich dieses Land auch mal kennenlernen. Besonders das ungarische Essen hat viele Erinnerungen an meine Kindheit wachgerufen. Meine Oma hat ganz genauso gekocht.

Es gibt zwei Dinge, die mir an den Ungarn aufgefallen sind: sie sind Handy-süchtig und haben eine Vorliebe für Martinshörner.
Egal ob Jugendlicher oder alte 80jährige Oma - jedem scheint dort iPhone und Co direkt am Ohr bzw. an den Fingern festgewachsen zu sein. Ich habe noch nirgends so viele Menschen - besonders auch alte Menschen - mit Handies rumlaufen sehen.
Und die Martinshörner in Budapest sind ein Erlebnis für sich. Hier scheint man sämtliche Varianten aus aller Herren Länder zusammengeschnitten und noch mit einigen Soundeffekten aus Computerspielen ergänzt zu haben. Und damit werden dann in voller Lautstärke und mit wachsender Begeisterung zu jeder Tages - und Nachtzeit die Straßen abgefahren. Am Ende sind wir zu dem Schluss gekommen, dass da wahrscheinlich gar kein Notfall vorliegt, sondern dass sie einfach Spaß dran haben mit dem Gedudel die Straße rauf - und runterzufahren.

Ein Souvenir haben wir auch aus Budapest mitgenommen: einen schön bemalten Teller mit dem berühmten Dreihasensymbol.


In Slownien haben wir ein paar richtig schöne Tage bei unseren slowenischen Freunden verbracht, die für uns schon sowas wie eine zweite Familie sind. Wir haben uns im Garten auf den Liegen entspannt und viel mit der kleinen Sarah gespielt. Meistens musste ich hier als lebende Frisierpuppe herhalten :D Abends haben wir es uns im Ribic gutgehen lassen und hier bleibt mir vor allem ein Spruch meines Vater in Erinnerung. Der Ober fragte, ob wir einen Aperitiv haben wollen und mein Vater darauf: "Nein, danke. Heute trinken wir mal keinen Alkohol. Eine Flasche Wein, bitte."

Als Souvenir gab es hier eine bunte Kaffeetasse und ein paar Magneten für die Küche.



Istrien war für mich etwas zwiespältig. Das Land selbst ist trotz seiner Kargheit (oder grade deswegen) sehr reizvoll, das Meer ist unverschämt blau und klar und die Städtchen sind malerisch und sauber. Mit den Menschen in Istrien bin ich jedoch nicht so recht warm geworden. Ich habe sie als sehr verschlossen und freudlos erlebt. Selten, dass sich mal ein Lächeln auf die Lippen stielt und nirgends sind man Blumen oder gar Gärten. Überall geht Sand und dürres Gestrüpp bis direkt an die Hausmauer.
Anstrengend waren auch die hohen Temperaturen. Ich bin eigentlich ein Mensch, der es gerne warm hat, aber das war selbst mir zuviel. Ein paar Grad weniger und es hätte doppelt soviel Spaß gemacht.

Nun hat mich Good Old Bavaria wieder und am Montag beginnt erneut der Ernst des Lebens - kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen *seufz*

Freitag, 10. August 2012

Tag 14 und 15 - Istrien


Letzten Montag ging es dann weiter von Ptuj nach Pula in Istrien. Bei der Ankunft im Hotel hätte uns nach der Fahrt im klimatisierten Auto beinahe der Schlag getroffen – die Sonne brannte erbarmungslos herunter und man konnte kaum den kleinen Finger rühren, ohne gleich einen Schweißausbruch zu bekommen. 

Schon nach den ersten Minuten haben wir festgestellt, dass die Hotelkultur in Istrien nicht wirklich unser Fall ist – Sardinengrill an Strand und Pool ist für uns eher ein Fluchtstimulator. Das Hotel an sich war zwar schön und sauber – bei den zahlreichen Gästen hat sich aber leider die geballte Primitivität vereinigt. Aus diesem Grund sind wir dann auch am nächsten Tag gleich geflüchtet, um uns Istrien abseits der Badekultur anzusehen.

Da ich ohnehin ein Fan von der rauen Schönheit karger Landschaften bin, hat mir Istrien sehr gut gefallen. Die Olivenhaine und Pinienwäldchen haben einen ganz besonderen Charme. An einigen Stellen konnten wir auch die Spuren der momentanen Hitzeperiode sehen – hier war die trockene Vegetation schwarz verbrannt.

An einer Schotterstraße mitten im Nirgendwo liegt das malerische Kirchchen St. Foska. Die Kapelle wurde im 6. Jahrhundert erbaut und der heiligen Foska (235 - 250) geweiht, die unter Kaiser Decius verfolgt und enthauptet wurde, weil sie sich christlich taufen ließ. Die Kapelle St. Foska wurde an einem Ort erbaut, der schon in der Antike aufgrund seiner starken, energetischen Strahlung bekannt war. Über die Jahrhunderte sollen sich hier viele Wunderheilungen ereignet haben.

Tatsächlich ist die besondere Energie dieses Ortes deutlich spürbar und die Vergangenheit des Landes ist hier noch sehr präsent - man hat das Gefühl, das jeden Augenblick ein paar Römer die Straße entlang geritten kommen. 

Kapelle St. Foska







Es ging dann weiter zu dem malerischen Städtchen Rovinj. Es liegt direkt am Meer und ist wirklich sehenswert. Die Altstadt ist von einem Labyrinth enger Gässchen durchzogen, über die sich die Wäscheleinen spannen. Hier ist es trotz der Hitze angenehm kühl. Rovinj erinnert an die pittoresken italienischen Städtchen, ist aber sehr viel sauberer. Überhaupt ist die große Sauberkeit auffällig in Istrien. Hier könnte man buchstäblich vom Boden essen. 

Rovinj




Der Mittelpunkt der Altstadt von Rovinj bildet die Kirche Sveta Eufemija, von der aus man einen wunderbaren Blick über das Meer und die Küste hat.

Kirche Sveta Eufemija




Am Mittwoch sind wir dann mit dem Auto die Ostküste hinaufgefahren und haben einfach die Landschaft genossen. Zuerst ging es durch bergiges Gebiet und schließlich direkt am Meer entlang nach Opatija. Man hat hier an der Küste einen wunderbaren Blick zur Insel Cres und kann noch bis Rijeka sehen. An der schönsten Stelle gibt es ein Hotel mit einer tollen Panoramaterrasse. Man hat hier das Gefühl direkt über dem Meer zu schweben.





Nördich des malerischen Städchen Brsec ist es dann aber leider vorbei mit der Idylle. Die folgenden Orte sind vollgestopft mit Touristen und Blechlawinen und laden nicht mehr zum Verweilen ein.

das Städtchen Brsec, im Hintergrund ist Rijeka zu erkennen

Am späten Abend konnte ich von der Bucht vor dem Hotel aus noch einen wunderschönen Sternenhimmel genießen. Noch nie habe ich die Milchstraße so prominent am Himmel gesehen. Bei den Inseln vor der Küste soll sie sich in besonders klaren Nächten sogar im Meer spiegeln.

Sternenhimmel über dem Meer

hier ist es mir sogar gelungen, die Milchstraße auf Bild festzuhalten

Dienstag, 7. August 2012

Tag 9 bis 13 - Ptuj

In den letzten paar Tagen haben wir mal eine richtige Relaxphase eingelegt. Bei den Temperaturen war man auch zu gar nichts anderem fähig. Wir haben schon tagelang an die 40°C.
Letzten Donnerstag sind wir von Budapest am Plattensee vorbei nach Ptuj in Slowenien gefahren. Mit einigen unserer Freunde aus Burghausen haben wir uns dort bei unseren slowenischen Freunden getroffen, in deren Pension wir einige tolle Tage miteinander verbracht haben - einfach im Garten unter Walnussbäumen und Weinreben auf der Liege relaxen und die tolle Aussicht genießen. Tagsüber wurden wir von Oma Rosika mit slowenischen Köstlichkeiten verwöhnt und abends sind wir hinunter in die Altstadt spaziert und haben uns jeden Tag ein tolles Abendessen bei unserem Lieblingsrestaurant Ribic gegönnt. Später am Abend wurde noch gemeinsam musiziert und Wein getrunken. Schön war´s und der Abschied ist dementsprechend schwer gefallen. 

Aussicht bei Tag

...und bei Nacht

gemeinsames Chillen im Garten

leckeres Fischpaprigasch beim Ribic

Freitag, 3. August 2012

Tag 8 - Nochmal Budapest

Vorgestern war der Tag noch einmal der Hauptstadt Ungarns gewidmet. Diesmal haben wir uns den Stadtteil Pest vorgenommen und uns die St. Stephans - Basilika und die Synagoge angesehen. Bei letzterer handelt es sich um die größte Synagoge Europas. Nach den vielen christlichen Kirchen, war es für mich sehr interessant, auch mal das Innenleben eines jüdischen Gotteshauses zu sehen.

Abgesehen von den großen Sehenswürdigkeiten kann man in Pest wunderbar bummeln gehen. Es gibt viele schöne Läden, Cafés und auch die große Markthalle ist sehenswert.

Basilika

Synagoge



Neben dem Bummel durch Pest haben wir auch nochmal eine Donaurundfahrt mit dem Schiff unternommen. Hier konnte man den Anblick beider Stadtteile nocheinmal so richtig genießen. Besonders das Parlament war vom Boot aus sehr eindrucksvoll.