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Donnerstag, 4. Januar 2018

Silvester am Gardasee: Teil 2 von 2

31. Dezember 2017

Am Silvestertag ging es zur Stadterkundung nach Verona. Als wir am Morgen aufbrachen, strahlte die Sonne vom Himmel und wir freuten uns, einen so schönen Tag erwischt zu haben. Leider beschränkte sich der Sonnenschein jedoch auf den nördlichen Teil des Gardasees und über Verona hing eine hartnäckige Hochnebeldecke, die den ganzen Tag nicht verschwand. Bei Sonnenschein ist die Stadt sicherlich sehr reizvoll, aber im Einheitsgrau war es dann doch nicht so prickelnd. Dazu kamen die enormen Menschenmassen, die sich durch die Gassen schoben und im Shopping-Wahn wie die Verrückten von einem Geschäfts ins nächste rumpelten. Da reicht es mir dann schon wieder, denn das ist absolut nicht meine Welt. Wenn ich mich dann so mitten im Gewühle dieser ferngesteuerten Kapitalismussklaven befinde, frage ich mich, wo das mit unserer Welt noch hinführen wird.

Geschichtlich und architektonisch betrachtet ist Verona aber auf jeden Fall interessant. Vor allem das Amphitheater auf der Piazza Bra ist beeindruckend. Es wurde vermutlich 30 n. Chr. von Kaiser Tiberius gebaut und ist somit 50 Jahre älter als das Amphitheater in Rom.
 


Auch ansonsten gibt es in Verona viel zu entdecken, z.B. die Porta dei Borsari, die Piazza delle Erbe, zahlreiche Kirchen, sakrale Bauwerke und natürlich die malerischen Häuserfasaden und Balkone.





Besonders gefallen hat mir der Ausblick auf den Hügel San Pietro.


Am Silvesterabend gab es dann ein 6-Gänge Gala Menü - zumindest das war einigermaßen genießbar, hörte sich aber spektakulärer an als es letztendlich war:

Cappellaccio gefüllt mit Aubergine und geräuchertem Ricotta in einer Brühe aus Piendolotomaten und Stracciatellakäse

Vialone Reis an TrentoDoc mit schwarzem Tintenfisch und Granatapfel

in Dampf gegarter Kabeljau, Lemongrass.Schaum, Rotkohl und Oliven

Granatapfelgelee mit Tonkabohneneis

Wellingtonfilet a la "Astoria"

Ricottahalbgefrorenes mit Schokolade und kandierten Zitrusfrüchten


Am allerbesten war wirklich die Nachspeise. Die war wirklich sehr gut. Generell waren die Süßspeisen im Hotel superlecker - egal ob gefüllte Croissants, Kuchen, Tiramisu oder Panna Cotta. Aber den Rest konnte man wirklich in die Tonne treten. Fatal für jemanden wie mich, der nicht so sehr viel mit Süßspeisen am Hut hat und sich nicht nur von Kuchen und Co. ernähren kann. 

Das Ambiente am Silvesterabend war aber sehr stilvoll und es gab auch ein paar Showeinlagen wie z.B. diese Stelzengänger. 


01. Januar 2018 

Der Neujahrstag war dann ein richtiger Relaxtag. Wir haben ausgeschlafen und sind dann nochmal durch Riva del Garda spaziert. Wir haben uns die Kirche angesehen, haben den Tag in Cafés genossen und in einer Seitengasse einen tollen Delikatessenladen entdeckt, bei dem wir uns mit lokalen Köstlichkeiten wie Olivenöl und Grappa vom Gardasee eingedeckt haben.



Die Stimmung am Gardasee war an diesem Tag besonders schön und so hatten wir noch einen ruhigen und angenehmen Urlaubsausklang.



Mittwoch, 3. Januar 2018

Silvester am Gardasee: Teil 1 von 2

Dieses Mal sind wir Silvester zum ersten Mal weggefahren, um den Jahreswechsel ein wenig besonders zu machen. Besonders war er, aber leider nicht im positiven Sinne. Zwar haben wir wieder viel Schönes gesehen, aber das Drumherum hat diesmal nicht gepasst: die Reisegruppe war gewöhnungsbedürftig, das Essen trotz sehr gutem Hotel wirklich hundsmiserabel und zu allem Überfluss ging bei den Gästen der Norovirus um und ein Mitreisender, der natürlich wieder direkt hinter uns saß, hat den Bus in seinem Aktionsradius komplett eingekotzt. Ihr seht also, dass es in diesem Jahr eigentlich nur noch besser werden kann. Soviel zum negativen Jahreswechsel 2018.
Es gab aber auch schöne Momente, über die ich im Folgenden berichten möchte.

29. Dezember 2017

Die Fahrt über den Brenner in Richtung Gardasee ging morgens um kurz nach 8 Uhr los. In den Tagen zuvor hatte es in den Bergen geschneit und wir fuhren die ganze Zeit durch ein richtiges Winterwonderland.


Am späten Vormittag hatten wir den Brenner überquert und erreichten das kleine malerische Städtchen Sterzing, wo wir einen kleinen Bummel durch die Altstadt machten. Es war an diesem Tag auch nicht viel los, so dass man den Spaziergang richtig genießen konnte. Auf dem Stadtplatz befand sich der kleine Weihnachtsmarkt mit kleinen, liebevoll dekorierten Ständen. Dort kauften wir uns einen vollständig aus Kräutern und Gewürzen hergestellten Dekotannenbaum und kuschelige Hüttensocken. Danach ließen wir uns als Stärkung für die Weiterfahrt noch typisch südtirolerische Schlutzkrapfen schmecken.





Dann ging es weiter über Bozen in Richtung Gardasee, den wir am späten Nachmittag erreichten. Wir waren in Riva del Garda einquartiert, das an der nördlichsten Spitze des Sees gelegen ist. Hier sieht der See fast so aus wie ein Fjord in Norwegen. Auch in Riva del Garda war immer noch Weihnachtsmarkt und alles war wunderbar festlich beleuchtet. Besonders faszinierend fand ich, dass dort wirklich jede Menge Palmen stehen, obwohl es im Winter zapfig kalt ist.







30. Dezember 2017

Am nächsten Tag ging es dann auf Erkundungstour rund um den Gardasee. Bereits am Morgen kündigte sich ein schöner Tag an, denn die Sonne kämpfte sich bereits hinter dem Monte Baldo hervor.

Der Gardasee ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel, da er landschaftlich sehr reizvoll ist. Im Norden zieht er sich wie ein Fjord in die Berge hinein und ist nur 2 km breit, während er im Süden fast Mittelmeercharakter besitzt und 17 km breit ist. Insgesamt ist der Gardasee 52 km lang und 364 m tief.  Als Gletschersee ist er auch im Sommer sehr kalt. Umso mehr muss man die Leute bewundern, die am Neujahrstag in Riva del Garda zur Belustigung aller Zuschauer einen Eisschwimmwettbewerb im See veranstalten.


Neben den bereits erwähnten Palmen findet man um den Gardasee herum auch viele Olivenbäume. Die Region um den Gardasee ist die nördlichste Region, in welcher der Anbau von Olivenbäumen und somit die Ölherstellung noch möglich ist.

Von der Straße aus hatten wir einen schönen Blick auf die Stadt Limone - die bekannte Zitronenstadt, die sich am gegenüberliegenden Ufer des Gardasees an den Fels schmiegte. In Limone sollen die Leute am längsten von der gesamten Region leben, weil sie jeden Morgen einen Löffel Olivenöl und einen Löffel Zitronensaft zu sich nehmen.

Unseren ersten Stopp machten wir in der bekannten Weinstadt Bardolino. Mittlerweile hatte die Sonne ihren Kampf gegen die Wolken gewonnen und wir spazierten ein wenig durch die Stadt, den Weihnachtsmarkt und am Hafen entlang. 



Unser Hauptziel an diesem Tag war Sirmione - die "Hauptstadt" vom Gardasee, die sich ganz im Süden befindet. Der historische Kern von Sirmione ist auf einer Halbinsel zu finden, die als schmale Landzunge in den See hineinragt. Sehenswert ist hier vor allem die Scaligerburg. Rund um den Gardasee gibt es mehrere Burgen der Famiglia de la Scala mit ihren charakteristischen Schwalbenschwanzzinnen.


Ein Spaziergang durch die Altstadt von Sirmione und entlang des Seeufers ist auch absolut lohneswert. Vom Ufer aus hat man einen traumhaften Blick auf den See und die hohen Bergmassive, die ihn im Norden umschließen. Allerdings darf man hier keine empfindliche Nase haben, denn die Schwefelquelle Boiola verbreitet hier einen äußerst intensiven "Duft" nach faulen Eiern.



Die beiden Seebilder schicke ich zum Naturdonnerstag zu Ghislana.