Samstag, 17. Juni 2017

Catania - Die schwarze Tochter des Ätna

Jetzt ist die Sizilienreise schon wieder zwei Monate her und ich bin dank des anschließenden Arbeitswahsinns immer noch nicht dazu gekommen, euch davon zu erzählen. Aber besser spät als nie und so möchte ich heute mit dem ersten Reisetag und Catania beginnen.

Sizilien ist landschaftlich, kulturtechnisch und kulinarisch ein echtes Highlight und war für mich als Hobby-Fotografin eine schöne Spielwiese. Bereits während des Fluges boten sich wunderbare Motive. Kurz vor der Landung in Catania präsentierte sich uns nämlich bereits der Ätna in seiner ganzen Pracht. Majestätisch schob er sich in unser Blickfeld und von seinem schneebedeckten Gipfel stieg eine dicke Rauchsäule empor.

Start in München

Anflug auf Catania

Bereits auf der Fahrt zum Hotel in Giardini Naxos konnten wir die üppige Vegetation des sizilianischen Frühlings bewundern. Die dominierende Farbe was das Gelb der Margerithen und des Ginsters, die mit der Sonne um die Wette strahlten. Den ersten Tag ließen wir somit auch in der weitläufigen, paradiesisch anmutenden Gartenanlage des Hotels ausklingen. Überall wuchsen hier Orangen- und Zitronenbäume, die übervoll mit Früchten und Blüten waren und einen betörenden, wunderbaren Duft verbreiteten, der uns auf der gesamten Reise begleitet sollte. Im Garten befanden sich auch Florettseidenbäume, Bananenstauden, Gummibäume, Olivenbäume, Pfeifenputzerblumen und wahre Palmgiganten. Besonders fasziniert war ich von den Baumstrelitzien. Die urzeitlich anmutenden Blüten waren riesig und hatten mit den filigranen Gebilden, die ich vom heimischen Blumenhändler kannte, nicht viel gemeinsam.

Bananenstaude

Baumstrelitzie

Am ersten Tag ging es nach Catania - der Stadt am Fuße des Ätnas und nach Palermo die zweitgrößte Stadt auf Sizilien. Catania wurde im 8 Jahrhundert vor Christus von griechischen Siedlern aus Naxos gegründet und ihre Geschichte ist eng mit dem Ätna verwoben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer wieder von Vulkanausbrüchen und Erdbeben teilweise zerstört. Die größte Katastrophe erlitt Catania im Jahr 1669 als ein Lavastrom den gesamten westlichen Teil der Stadt zerstörte. Der Rest wurde dann 1693 von einem Erdbeben vernichtet. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt aus dunklem Lavagestein wieder aufgebaut, was ihr den Beinamen "schwarze Töchter des Ätna" einbrachte.

Die Altstadt von Catania und besonders der Domplatz ist sehr sehenswert. Wir waren am Ostersonntag dort und aus dem Dom, welcher der Schutzpatronin Catanias - der heiligen Agata - geweiht ist, erklang wunderschöner Gesang. Hier wurde gerade die Ostermesse gefeiert.

Fassade des Doms Sant´Agata



Domplatz von Catania

Auf dem Domplatz befindet sich auch das Wahrzeichen Catanias - der Elefantenbrunnen. Der Elefant wurde aus schwarzem Lavagestein gefertigt und auf seinem Rücken trägt er einen ägyptischen Obelisken, der wiederrum von einem Kreuz gekrönt wird. Der Elefant wurde nach dem verheerenden Erdbeben im 17. Jahrhundert zufällig aus den Trümmern der Stadt geborgen und stammt vermutlich aus römischer Zeit. Der Legende nach handelt es sich um das Reittier des Zauberers Eliodoro, der den Elefanten in Lava verwandelte. 

Elefantenbrunnen

Straßenverkäufer

Ein Erlebnis der besonderen Art ist der Fischmarkt in Catania. Hier bogen sich die Marktstände unter Bergen von Muscheln, Schwertfischen und Spatola (Strumpfbandfischen) - eine Delikatesse auf Sizilien. Hier auf dem Markt durfte man jedoch nicht allzu empfindlich sein, denn die Fliegen waren mindestens genauso begeistert von den Fischen wie die Händler, die ihre Ware anpriesen.

auf dem Fischmarkt

Spatola

Schwertfisch

Die Zeit in Catania ließen wir dann noch in einem netten Café auf dem Domplatz ausklingen, wo wir uns eine sizilianische Brioche schmecken ließen und das bunte Treiben genossen.

Dann ging es weiter nach Syrakus, aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal.



Kommentare:

  1. Lieber Varin,
    ich bin schwer zu begeistern und es das dauert, bis mich etwas vom Hocker reißt, aber das hier tut es. Ich möchte schon soooo lange auf die Insel Sizilien und ich komme auch noch hin, das weiß ich. Mein Bruder war in den 5oer Jahren dort und er hat so wunderbare Dias gemacht, dass ich da immer wieder dran denke. Sizilien kam immer erst am Schluß und dann war das Jahr vorbei. Es ist genial und ich bin tatsächlich auch mal neidisch. Grrrr!

    So wunderbare Bilder hast du mitgebracht, ich will da auch hin.

    Als Dank für deine Bilder schicke ich dir ein sizilianisches Volkslied gesungen von dem unvergessenen Josef Schmidt mit.

    Ach, ist das schön.

    Lieben Gruß Eva

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    1. den link habe ich vergessen

      https://www.youtube.com/watch?v=zCAEDdNyYVg

      und den Fisch mag ich allerdings auch nicht. :-))))

      LG Eva

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  2. Liebe Eva,

    vielen Dank für den Link! Das waren noch Zeiten damals.
    Sizilien ist einfach nur wunderschön und wenn du die Gelegenheit hast, musst du unbedingt hinreisen. Es lohnt sich wirklich. Jede Ecke hat dort einen ganz besonderen Reiz - die Küsten, das Hinterland und die Städte.

    Ich wünsch dir noch ein schönes Wochenende!

    LG, Varis

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  3. Liebe Varis,

    herrliche Fotos die gleich Fernweh erzeugen. Ich will auch einmal nach Sizilien reisen, das ist wunderschön wie ich hier sehen kann♥

    Herzliche Wochenendgrüße
    Kerstin

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  4. Traumhafte Bilder! Ja, nach Sizilien würde ich auch gern mal, wie überhaupt in den Süden Italiens.
    Danke fürs Mitnehmen :-)
    Alles Liebe Babsy

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  5. Wie schön Deine Bilder zu dieser Reise sind. Da möchte ich auch mal hin!
    glg Susanne

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  6. Vielen Dank für die wunderschönen Eindrücke, die Du mit uns teilst, liebe Varis! Ich bin direkt in der gleisenden Sonne gewandelt. Hast Du die Oliven probiert? Die waren sicherlich köstlich!! Liebe Grüße, Nicole

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