Dienstag, 27. Juni 2017

Wimbachklamm

Am letzten Samstag haben wir uns wieder auf in die Berge gemacht. Es sollte ja laut Wetterbericht nicht ganz so heiß werden und tatsächlich war es am Morgen bewölkt und hatte angenehme 23°C. Unser Ziel war diesmal die Wimbachklamm bei Ramsau im Berchtesgadener Land.

Die angenehmen Temperaturen hielten sich jedoch nicht lange und gegen Mittag brannte die Sonne wieder gnadenlos auf unser Haupt. Zuerst ging es einen steilen Hügel hinauf und an einem frisch gemähnten Feld vorbei, das herrlich duftete. Es gibt keinen besseren Geruch als der würzige Duft von Sommerwiesen - abgesehen von einer frisches, salzigen Meeresbrise vielleicht :)

Beim Abstieg in die Klamm boten die Bäume dann wieder etwas Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen. Die Wimbachklamm ist nicht sehr lang - nur 200 Meter, aber dafür umso beeindruckender. Dicht an einer der Felswände der Schlucht wurde ein Steg angebracht, so dass man über dem wild dahinplätschernden Wimbach durch die Schlucht wandern und dieses wunderbare Naturschauspiel genießen kann.


Man kann sich kaum vorstellen, dass man früher auf diesem wilden Gebirgsfluss Holzstämme zur Saline nach Berchtesgaden gedriftet hat. Zu diesem Zweck wurde ursprünglich ein Steig durch die Klamm entlang des Wimbachs angelegt. Bereits einige Jahre nachdem die Holzdrift 1843 eingestellt wurde, wurde die Klamm touristisch genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Holzstehe errichtet, die auch heute noch den Zugang zur Klamm ermöglichen.




Mit lautem Getöse bahnt sich das wunderbar klare Wasser seinen Weg durch die felsige Schlucht. Gischt schäumt und spritzt und sorgt für Erfrischung an diesem heißem Sommertag. An der gegenüberliegenden, teilweise bewachsenen und bemoosten Felswand bahnen sich kleine Rinnsale und Miniwasserfälle ihren Weg nach unten in die Schlucht und sorgen für eine Atmosphäre, die fast schon an einen Regenwald erinnert.







In der Wimbachklamm kann man sich auch auf eine geologische Reise begeben, denn der Wimbach hat sich über die Jahrtausende in das Gestein gefressen und dabei die verschiedenen, geologischen Schichten freigelegt. Von Anfang bis Ende der Klamm durchwandert man so ca. 50 Millionen Jahre Erdgeschichte, beginnend mit dem jungen, ca. 140 Jahre alten Radiolarit bis zur alten, ca. 190 Millionen Jahre alten Hornsteinkalke.



Am Ende der Wimbachklamm angelangt, wollten wir noch weiter zum Wimbachschloß wandern, sind dann aber nach einem Drittel der Strecke wieder umgekehrt, weil die Sonne am Nachmittag wieder gnadenlos heruntergebrannt hat und es hier fast keine Bäume mehr gab, die Schatten boten. Von der Wimbachbrücke am Ende der Schlucht startet auch die Watzmannüberquerung, an die man sich aber nur als geübter Bergsteiger wagen sollte.

der Watzmann

Auf dem Rückweg sind wir dann noch einem besonderen Alpenbewohner begegnet - dem Alpinen Steinschaf. Es ist sehr robust und trittsicher und somit bestens für die Haltung im Hochgebirge geeignet.


Kommentare:

  1. Liebe Varis, das war bestimmt ein wunderschöner Tag. Alleine die Fotos bringen schon so eine schöne Stimmung rüber. Die Wasserfälle sind herrlich anzusehen! Und die Schafe sowieso, die mag ich besonders gerne ansehen. Ich habe mal Wolle vom Alpinen Steinschaf versponnen...
    glg Susanne

    AntwortenLöschen
  2. Beim Watzmann-Anblick an den Vater gedacht, der in einstmals erklettert hat und immer davon geschwärmt hat. Ein Bild hing lange bei uns in der Elterlichen Wohnung.Hoffentlich schaffe ich es in den nächsten Jahren noch, dorthin zu kommen, wenn es mir wieder besser geht. Von der Tochterfamilie ist es ja jetzt nicht mehr weit.
    Deine Fotos beweisen ja wieder, welch schöne Gegend das ist....
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  3. Lieber Varis,
    sowas mag ich sehr gerne. Ich bin letztes Jahr durch die Leutaschklamm in Mittenwald und habe das auch von oben auf dem Panoramaweg beobachtet. Superschöne Bilder.

    Ja, beim Watzmann denke ich immer und immer wieder an die Geschichte von König Watze und an den Tod der Heilbronner Kinder, die 1954 dort erfroren sind. Der Leiter dieser Gruppe, ich möchte mich darüber nicht auslassen. Eine ganz schlimme Geschichte.

    Dankeschön für die schönen Bilder
    Lieben Gruß Eva
    hab einen schönen Tag

    AntwortenLöschen
  4. Du meine Güte, sind das beeindruckende Bilder! Ich mag Klamm-Wanderungen auch sehr, sehr gern. "Deine " Klamm ist aber wirklich ausgesprochen schön, vor allem, weils nicht gar so finster ist wie sonst oft.
    Alles Liebe Babsy

    AntwortenLöschen
  5. wow... das sieht fantastisch dort aus. ich war nur in der beitachklamm - und fand sie damals vor 20 jahren schon überlaufen.
    hier sieht es richtig idyllisch aus.
    danke fürs zeigen :)
    liebe grüße
    gusta

    AntwortenLöschen
  6. Ist das schön da!!! Das erste Foto ist gleich ein Wahnsinn!!!

    AntwortenLöschen
  7. Wow, tolle Reportage über die Klamm.
    Herrliche, beeindruckende und gewaltige Aufnahmen sind dir da gelungen.
    Immer wieder schaue ich mir gerne unsere schöne Natur an.
    Die Gegend kenne ich auch, allerdings von früher mehr,
    jetzt traue ich mir nicht mehr zu, diesen Weg zu gehen , das Alter ;-))
    Aber in die Berge zieht es uns immer wieder, Jahr für Jahr.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  8. Was für eine herrliche Reportage, eine Schlucht ganz nach unserem Geschmack. Muss gleich einmal nachschlagen wo die zu finden ist.
    Sommergrüsse von Erika

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Varis,
    an einem bizarren Ast, den ich aus dem Wasser dieser Klamm gefischt und von dort zum Auto geschleppt und nach Hause gebracht habe, hängt auf dem Balkon seit vielen Jahren eine kleine Laterne. Herzlichen Dank für deinen schönen Post und die Erinnerung an den Urlaub mit meinen - damals noch kleinen Kindern ♥.
    Claudiagruß

    AntwortenLöschen