Freitag, 14. April 2017

Innzeller Filzen und Kesselalm

Heute möchte ich euch noch von einer Wanderung erzählen, die wir Ende März unternommen haben und die ich euch ebenfalls weiterempfehlen kann, wenn ihr mal in der Gegend seid - die Moorerlebniswanderung bei Inzell.

An diesem Tag herrschte eine ganz besondere Stimmung, denn die Nebelschwaden hingen tief, während die umliegenden Berge die Wolkendecke durchbrachen und ihre Gipfel in den blauen Himmel reckten.



Die kleinen Birken und Tümpel trugen weiter zum Reiz der Landschaft bei. Außerdem war der Boden überall mit Heidekraut bedeckt, das jetzt freilich nicht blühte. Im Sommer muss das Moor aber ein großartiger Anblick sein, wenn es von einem Teppich violetter Blüten bedeckt ist.



Wir verließen dann den Moorerlebnispfad und folgten weiter dem Salinenweg. Hier kommt man an einem Deicheldepot vorbei und kann sich die alten Deicheln genauer ansehen. Mit diesen ausgehöhlten Holzstämmen wurde früher die Sole von Bad Reichenhall bis zur Saline in Traunstein transportiert. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen!


Bei Niederachen bogen wir in den Keitlweg ein und bald ging es querfeldein und bergauf zur Kesselalm. Von hier aus hatte man einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Berge.





Durch den Wald, durch den ein muterers Flüsschen plätscherte, ging es wieder zurück zum Salinenweg und weiter auf den Moorerlebnisweg. Dieser Teil des Moores war fast noch schöner als der erste. Der Weg führte z.T. auf Stegen durch die Landschaft und es war wunderschön anzusehen, wie sich die Birken in einem großen Moorsee spiegelten.




An einer Stelle konnte man sich am Torfstechen üben. Wenn man da so mit der Schaufel in den torfigen Schlamm fährt und sie wieder rauszieht, bekommt man erst eine Vorstellung davon, wie krass es sein muss, im Moor zu versinken. Unglaublich, was für einen Sog das Moor ausübt. Man bekommt die Schaufel kaum wieder raus. Wenn man da einsinkt, hat man keine Chance...


Also falls ihr mal in die Gegend kommt, lohnt sich ein Besuch im Inzeller Filzen auf jeden Fall.

Nach den Wanderungen in unserer heimischen Bergwelt, die wir dieses Jahr schon unternommen haben, geht es dann morgen ein bisschen weiter weg. Ich habe eine Woche Urlaub und zeitig morgen in der früh um 3 Uhr (grusel) starten wir zu einer Rundreise nach Sizilien. Ich werde mit Sicherheit einen Haufen Fotos im Gepäck mitbringen und euch dann berichten.

Bis dahin wünsche ich euch schöne, sonnige und erholsame Osterfeiertage!

Dienstag, 28. März 2017

Stauseewanderung Teisendorf

Vorletztes Wochenende erkundeten wir wieder einen Wanderweg. Diesmal ging es nach Teisendorf zur Stauseewanderung. Hier oben ist Bauernland pur. Wunderbare Landluft, weite Felder und ein megatoller Blick auf den Untersberg, den Hochstaufen und den Zwiesel.


 
Auf dem Weg zum Stausee kommt man durch das kleine Örtchen Wimmern mit seinen urigen Bauernhäusern - hier scheint die Zeit noch still zu stehen
 
 

Der Weg ging dann weiter steil hinunter durch einen Wald, bis wir schließlich den Damm des Stausees erreichten und von intensivem Geschnatter begrüßt wurden. Als wir die Stelle des Gezeters erreichten, flogen zwei rotbraun-weiß-schwarz gemusterte Vögel auf und zogen über den Stausee hinweg. Es handelte sich um zwei Rostgänse, die in dieser Gegend heimisch sind. Leider waren sie zu schnell weg und ich habe sie nicht mehr vor die Linse bekommen.



Es ging dann weiter auf der anderen Seite des Stausees entlang durch den Wald. 
Der Stausee ging dann je weiter wir wieder zurück nach Teisendorf kamen wieder in den Fluß Suhr über. Wir wanderten durch ein schönes Feuchtbiotop und konnten auch ein paar Adler am Himmel beobachten.





In Teisendorf war dann nach dem knapp 12 km langen Weg eine Stärkung fällig und wir sind in der alten Post eingekehrt – dem Bräugasthof der Brauerei Wieninger. Da haben wir uns ein schönes Zwickelbier und ein „Postschnitzel“ (Cordon Bleu mit Bergkäse und Meerrettich) schmecken lassen.





Sonntag, 12. März 2017

Frühlingserwachen

Der Winter hat sich hier nun endgültig verabschiedet. Dieses Wochenende konnten wir wieder ein traumhaftes Sonnenwetter genießen und es ist eine Freude, der Natur beim Aufwachen zuzusehen.
Auf unserer Wanderung heute nach Westerbuchberg bei Übersee am Chiemsee konnten wir schon sehr viel Blühendes entdecken: Buschwindröschen, Scharbockskraut, Huflattich, die eine oder andere Schlüsselblume und Seidelbast.

Sonntag, 5. März 2017

Herren- und Frauenchiemsee

Gestern ging es bei uns nach Herren- und Frauenchiemsee. Zwar ließ sich die Sonne nicht wie angekündigt so oft blicken, aber es war mit knapp 20°C ein wunderbar warmer Tag, den man unbedingt draußen verbringen musste. 

Auf dem Außendeck der „Irmingard“ ging es zuerst an der Fraueninsel vorbei und weiter zur Herreninsel. Besonders lustig fand ich die Möwen und Wasservögel. Die freuten sich sichtlich an dem schönen Wetter und die Möwen hatten Spaß auf dem Wind dahinzugleiten oder einfach durch geschicktes Balancieren hoch über dem See auf einer Stelle zu schweben.

Blick auf die Fraueninsel


Auf der Herreninsel spazierten wir dann rund um die Insel. Es ging durch König Ludwigs Wälder - wunderschöne, naturbelassene Buchenwälder. Hier konnten wir bizarre
Baumexemplare bewundern, die zum Teil sehr abenteuerlich gewachsen waren und mit
Sicherheit schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hatten.  Auch Totholz wird hier nicht entfernt und bietet zahlreichen Tieren Unterschlupfmöglichkeiten. 
An den Bäumen konnte man auch immer wieder Fledermauskästen sehen. Auf der Herreninsel leben 16 Fledermausarten, darunter das Mausohr, das Braune Langohr und die kleine Hufeisennase. Sie finden in den alten Baumriesen genügend Verstecke und an den Uferzonen ein reichliches Nahrungsangebot. 


 
 
Ein richtiges Highlight der Wanderung war ein Feld von Märzenbechern mitten im Wald. Wir haben auch sehr viele kleine Waldmeisterpflänzchen gesehen. Die mögen den Buchenwald ja besonders gerne.
An den Aussichtspunkten Pauls Ruh und Ottos Ruh hatten wir einen tollen Ausblick auf die umliegenden Berge.   

Kampenwand


Mit dem Schiff gings dann zurück zur Fraueninsel, wo ein traumhafter Sonnenuntergang auf uns wartete. 





Besonders schön war auch der Besuch in der Kirche Frauenwörth, in der sich das Grab der Äbtissin Irmengard befindet und die eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlt. Faszinierend ist auch die Eingangstür mit dem Löwenkopf. Unten an der Türschwelle sieht man eine tiefe Mulde, die durch jahrhundertelange Abnutzung entstanden ist - so heißt es zumindest. 



Der Abendspaziergang um die Insel war ein ganz besonderes Erlebnis, weil wir die Insel quasi für uns alleine hatten. Ein seltener Luxus auf Frauenchiemsee. 



1000 Jahre alte Tassilolinde

Für Lottas Projekt habe ich von diesem schönen Tag noch eine Collage zum Thema "Fraueninsel" zusammengestellt.  

 

Donnerstag, 2. März 2017

An der Saalach entlang

Für Juttas DND möchte ich euch heute wieder auf eine Wanderung mitnehmen - und zwar nach Bad Reichenhall an der Saalach entlang. Das Wetter letzten Samstag war wie bestellt - warm und und sonnig. Und so spazierten wir erst durch einen schönen Buchenwald am Fluss  entlang und durch ein Wasserschutzgebiet. Der Schnee war schon völlig weggetaut und am Wegesrand blühten schon die Leberblümchen. 




Durch die Bäume erhaschten wir immer wieder einen Blick auf die umliegenden Berge. Besonders markant ist die schlafende Hexe, die mich schon als Kind immer fasziniert hat. Man kann deutlich das Gesicht mit der Hakennase und dem spitzen Kinn erkennen und etwas darunter sieht man deutlich einen felsigen Busen mit Brustwarze :D

 
Auf dem Weg durchs Nonner Unterland und zur Nonner Kirche  hatten wir einen traumhaften Blick auf den Hohenstaufen. Um seinen Gipfel reisten drei Adler, deren Schreie man deutlich durch die Bergwelt hallen hörte.

Auf der anderen Seite lag der Untersberg (links) und die Schlafende Hexe (rechts in der Mitte). 

 
Wir haben uns dann das Nonner Kircherl St. Georg angesehen, das zum Reichenhaller Triskel gehört – einer geomantischen Struktur, die von den Sonnenkulturen der Frühzeit geprägt wurde. Es gibt hier Hinweise für eine vorchristliche Nutzung als Sonnengerichtsstätte.
In der Kirche selbst befindet sich ein geheimnisvoller Schalenstein, der noch aus dieser Zeit zu stammen scheint. Der Stein besitzt sieben Schalen, in der sich wohl Talglichter befunden hatten. Man geht davon aus, dass er als Lichtträger bei kultischen Handlungen oder auch als Beleuchtung prähistorischer Behausungen gedient haben könnte.
 


Wir folgten dann dem Fuchsweg durch die Nonner Au und überquerten den Nonner Steg und folgten weiter dem Weg an der Saalach entlang wieder zurück zum Ausgangspunkt. Hier konnten wir noch ein paar schöne Ausblicke auf den Fluss genießen.



Zum krönenden Abschluss kehrten wird dann im Gasthaus Staufenbrücke ein und das ist wirklich ein Geheimtipp, falls ihr mal in der Gegen seid. Erst einmal war die Stube an sich schon ein Hingucker: liebevoll bestickte Kissen und vertäfelte Wände mit bayrischen Malereien auf jeder Panele. Das Essen ist großartig und vor allem auch sehr liebevoll und kreativ angerichtet. Zu empfehlen ist vor allem auch der Windbeutel - mit schön viel Sahne und Kirschen und einer im Beutel versteckten Kugel Vanilleeis. Der ist auf jeden Fall eine Sünde wert ;)