Freitag, 10. August 2012

Tag 14 und 15 - Istrien


Letzten Montag ging es dann weiter von Ptuj nach Pula in Istrien. Bei der Ankunft im Hotel hätte uns nach der Fahrt im klimatisierten Auto beinahe der Schlag getroffen – die Sonne brannte erbarmungslos herunter und man konnte kaum den kleinen Finger rühren, ohne gleich einen Schweißausbruch zu bekommen. 

Schon nach den ersten Minuten haben wir festgestellt, dass die Hotelkultur in Istrien nicht wirklich unser Fall ist – Sardinengrill an Strand und Pool ist für uns eher ein Fluchtstimulator. Das Hotel an sich war zwar schön und sauber – bei den zahlreichen Gästen hat sich aber leider die geballte Primitivität vereinigt. Aus diesem Grund sind wir dann auch am nächsten Tag gleich geflüchtet, um uns Istrien abseits der Badekultur anzusehen.

Da ich ohnehin ein Fan von der rauen Schönheit karger Landschaften bin, hat mir Istrien sehr gut gefallen. Die Olivenhaine und Pinienwäldchen haben einen ganz besonderen Charme. An einigen Stellen konnten wir auch die Spuren der momentanen Hitzeperiode sehen – hier war die trockene Vegetation schwarz verbrannt.

An einer Schotterstraße mitten im Nirgendwo liegt das malerische Kirchchen St. Foska. Die Kapelle wurde im 6. Jahrhundert erbaut und der heiligen Foska (235 - 250) geweiht, die unter Kaiser Decius verfolgt und enthauptet wurde, weil sie sich christlich taufen ließ. Die Kapelle St. Foska wurde an einem Ort erbaut, der schon in der Antike aufgrund seiner starken, energetischen Strahlung bekannt war. Über die Jahrhunderte sollen sich hier viele Wunderheilungen ereignet haben.

Tatsächlich ist die besondere Energie dieses Ortes deutlich spürbar und die Vergangenheit des Landes ist hier noch sehr präsent - man hat das Gefühl, das jeden Augenblick ein paar Römer die Straße entlang geritten kommen. 

Kapelle St. Foska







Es ging dann weiter zu dem malerischen Städtchen Rovinj. Es liegt direkt am Meer und ist wirklich sehenswert. Die Altstadt ist von einem Labyrinth enger Gässchen durchzogen, über die sich die Wäscheleinen spannen. Hier ist es trotz der Hitze angenehm kühl. Rovinj erinnert an die pittoresken italienischen Städtchen, ist aber sehr viel sauberer. Überhaupt ist die große Sauberkeit auffällig in Istrien. Hier könnte man buchstäblich vom Boden essen. 

Rovinj




Der Mittelpunkt der Altstadt von Rovinj bildet die Kirche Sveta Eufemija, von der aus man einen wunderbaren Blick über das Meer und die Küste hat.

Kirche Sveta Eufemija




Am Mittwoch sind wir dann mit dem Auto die Ostküste hinaufgefahren und haben einfach die Landschaft genossen. Zuerst ging es durch bergiges Gebiet und schließlich direkt am Meer entlang nach Opatija. Man hat hier an der Küste einen wunderbaren Blick zur Insel Cres und kann noch bis Rijeka sehen. An der schönsten Stelle gibt es ein Hotel mit einer tollen Panoramaterrasse. Man hat hier das Gefühl direkt über dem Meer zu schweben.





Nördich des malerischen Städchen Brsec ist es dann aber leider vorbei mit der Idylle. Die folgenden Orte sind vollgestopft mit Touristen und Blechlawinen und laden nicht mehr zum Verweilen ein.

das Städtchen Brsec, im Hintergrund ist Rijeka zu erkennen

Am späten Abend konnte ich von der Bucht vor dem Hotel aus noch einen wunderschönen Sternenhimmel genießen. Noch nie habe ich die Milchstraße so prominent am Himmel gesehen. Bei den Inseln vor der Küste soll sie sich in besonders klaren Nächten sogar im Meer spiegeln.

Sternenhimmel über dem Meer

hier ist es mir sogar gelungen, die Milchstraße auf Bild festzuhalten

Kommentare:

  1. Liebe Varis
    Was für wundervolle Aufnahmen, ich bin ganz begeistert. Ich liebe es auch entfernt vom Trubel. Das Städtchen Rovini ist wirklich sehenswert, wunderschön.

    Auch die Landschaft an der Ostküste gefällt mir sehr gut. Und das es Dir geglückt ist die Fotos vom Sternenhimmel zu machen, find ich toll.

    Meine Kleine macht solche Fotos leider nicht.
    Danke für die herlichen Impressionen.
    Ich wünsche Euch noch schöne Ferientage und sende Euch ♥ liche Grüße
    Angelika

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  2. Freut mich sehr, dass Dir die Bilder gefallen :)
    Ich liebe ja den Sternenhimmel besonders und beschäftge mich viel mit Astronomie. Die Bilder sind jetzt nur mit einer normalen Kamera mit längerer Belichtungszeit aufgenommen. Ich würde gerne mal richtig in die Astrofotografie einsteigen, aber das ganze ist halt sehr zeit - und kostenintensiv.

    LG, Varis

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